EM-Nominierung für unsere Leistungssportlerin Marie

Am 25. Und 26. Juli fand für unsere Leistungssportlerin Marie der erste richtige Wettkampf in Allermöhe seit dem totalen Corona-Lockdown statt. Es handelte sich hierbei um einen nationalen Vergleich, bei welchem nur ausgewählte Sportler aus dem U23-Bereich starten durften. Dieser wird auch Kleinbootüberprüfung, genannt, da eben primär in Einern und Zweiern gestartet wird. Die Vorbereitung auf diese Regatta war für Marie eher suboptimal, da sie durch die Corona-Beschränkungen nicht viele Kilometer im Zweier ohne mit ihrer Partnerin Paula Rossen von der Allemannia sammeln konnte. Zudem musste das geplante zweiwöchige Trainingslager im Frühjahr coronabedingt von Italien nach Ratzeburg verlegt werden und Norddeutschland bietet nicht unbedingt perfekte Bedingungen um einen Riemenzweier zum Laufen zu bringen. Nichtsdestotrotz waren die Windbedingungen eine gute Vorbereitung auf Allermöhe, da dort doch eher selten mit spiegelglattem Wasser zu rechnen ist. Im Zweier wurden stetig Fortschritte gemacht, jedoch nicht so schnell, wie eigentlich erhofft. Knapp zwei Wochen vor der KBÜ kam dann auf einmal der Durchbruch: Wie als wenn ein imaginärer Schalter umgelegt wurde, kam der Zweier urplötzlich so richtig ins Laufen. Dies war ein guter Zeitpunkt, da es in der letzten Woche vor dem Wettkampf dann in kleine kürzere Belastungen im Training über 500m und 250m ging.

Am Samstag, dem ersten Regattatag, stand um 7 Uhr dann erst einmal „Wachrudern“ auf dem Plan. Nach ersten Unverständnis, warum man denn kostbare Minuten Schlaf für ein paar Extraminuten im Boot hergeben sollte, kam dann doch recht schnell die Einsicht, dass eine frühmorgendliche Runde auf dem Wasser die Nerven schon ein wenig beruhigt und alle Körperzellen aufweckt. Etwa eine drei Stunden später ging es dann an den Start für den Vorlauf. Hier hieß es sich möglichst gut zu platzieren, aber trotzdem noch Körner für das Finale am Nachmittag aufzubewahren. Paula und Marie brauchten etwas, um in das Rennen zu finden, konnten ab der 1000 m Marke dann aber nochmal gut aufholen und landeten schlussendlich auf Platz 4. Damit verpassten sie knapp das A-Finale und zogen in das B-Finale ein. Nach dem Rennen war dann sowohl mentale als auch physische Regeneration angesagt, da es ein paar Stunden später direkt zum Finale aufs Wasser ging. Diesmal kamen die beiden deutlich schneller ins Rennen und konnten beweisen, was sie können. Nach einem nicht enden wollenden Battle mit zwei Schwestern aus Ulm auf den letzten 500 m konnten sie dann doch ihre Bugspitze an dem Ulmer Boot vorbeischieben und sich somit den 2. Platz im B-Finale sichern, ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis. Damit waren die Rennen für den Samstag zwar geschafft, jedoch sollte es noch ein viertes Mal an diesem Tag aufs Wasser gehen.

Für den Sonntag waren Viererrennen aus zusammengesetzten Zweiern geplant. Da der Abstand zwischen dem Boot aus Ulm und unserem Hamburger Boot in beiden Rennen sehr knapp war, sollten Paula und Marie mit den beiden Ulmerinnen in den Vierer steigen. Also wurde am frühen Samstagabend noch eine gemeinsame Einheit absolviert, um die beiden völlig unterschiedlichen Ruderstile möglichst gut und schnell übereinander zu kriegen. Nach einer kurzen Nacht ging es dann am Sonntagmorgen im Vierer ohne Steuermann, dafür aber mit den Mädels aus Ulm, Anna und Chiara Kracklauer, ein weiteres Mal zum Wachrudern aufs Wasser. Das Wetter zeigte sich von seiner für Hamburg typischsten Seite und wir durften im strömenden Regen rudern. Nach einer kurzen Pause ging es dann zum letzten Rennen des Wochenendes gegen die anderen neu zusammengesetzten Vierer. Am Start kamen die vier gut weg, konnten über die Mitte der Strecke auch gut mithalten. Auf den letzten 500 m machten sich dann die Rennen des ​Vortages bemerkbar und der Ofen war schlichtweg „aus“. Somit konnten noch einige Boote auf den letzten Metern vorbeiziehen und es wurde Platz 4. Erschöpft und fast zufrieden war damit das Regattawochenende geschafft.

Jedoch war diese KBÜ nicht nur irgendeine Regatta, sondern gleichzeitig auch ein Qualifikationswettkampf für die Anfang September stattfindende Heim-EM in Duisburg für den U23-Bereich. Schon am Sonntagabend gab es Gerüchte, dass die Bundestrainerin Brigitte Bielig plante, dass die Ulmer Mädels Anna und Chiara, sowie Paula und Marie, für den gesteuerten Vierer in Frage kämen. Einen Tag später war es dann offiziell: Die vier wurden für die Europameisterschaft am 5./6. September nominiert und werden den Vierer mit in genau dieser Konstellation fahren. Als Steuerfrau wird sie Annalena Fisch aus Berlin unterstützen. Genau eine Woche nach dieser Bekanntgabe bezogen die Mädels aus Ulm samt Steuerfrau Annalena bereits zwei Zimmer im Leistungszentrum in Allermöhe, um die sogenannte UWV (Unmittelbare Wettkampfvorbereitung), eine Art Trainingslager, zu beginnen. Noch pendeln Paula und Marie von Zuhause nach Allermöhe, allerdings werden die beiden in den kommenden Tagen das dritte Zimmer beziehen und damit die Trainingslageratmosphäre komplettieren. Jetzt heißt es die letzten Wochen gut nutzen und das Boot für die EM schnell machen!

Zum jetzigen Zeitpunkt sind leider keine Zuschauer an der Strecke in Duisburg erlaubt, jedoch können die Rennen in einem Livestream verfolgt werden, welcher auf folgender Webseite zu finden sein wird: http://www.duisburg2020.com/#media