Zwei Wanderfahrten im April

Der Termin stand schon lange im Kalender, schließlich wollten wir in diesem Jahr endlich durch den Neuengammer Durchstich rudern. Zur Information: Der Neuengammer Durchstich ist nach dem 15. April für die Durchfahrt gesperrt, dann beginnt die Vogelbrutsaison.

Bei der geplanten Rudertour handelt es sich um einen Rundkurs: ein kleines Stück auf der Dove-Elbe, dann durch den Neuengammer Durchstich bis zur Gose-Elbe, die Gose-Elbe bis zur Regattastrecke auf der Dove-Elbe und diese dann zurück zum RC Bergedorf. Die Strecke ist ca. 20 Kilometer lang.
Wir hatten den 10. April reserviert. Der April macht nicht immer was er will und ist durchaus bekannt für schöne, sonnige Tage. Allein, es wurde wieder nichts mit unserer Rundtour. Wie sich nun herausstellte verleihen die Bergedorfer keine Boote für die Durchfahrt.

Warm angezogen, nachts hatte es gefroren, haben wir uns wieder über die Doveelbe und Allermöhe in die Goseelbe aufgemacht. In diesem Jahr endlich bis zur Einmündung in den Neuengammer Durchstich. Alles eine Frage der Planung. Eine schöne Wiese lud auf dem Rückweg zum Picknick ein und bei Sonnenschein konnten sogar die Füße ohne Schuhe die ersten wärmenden Sonnenstrahlen genießen. Wieder zurück am RC Bergedorf hatten wir: Birgit Ruppert-Neckel, Annette Staufenbiel-Deicke, Vida Busse und Gisela Weber mehr als 30 Kilometer gerudert und die erste Wanderfahrt des Jahres geschafft.

Gleich drei Tage später, am Sonnabend, den 13. April, ging es zur Zielfahrt nach Wilhelmsburg, dort wurde offiziell die Rudersaison durch den Vorsitzenden des AAC/NRB Werner Glowig eröffnet.
Der Wetterbericht sagte nichts Gutes voraus und von zunächst 23 Anmeldungen, standen am Sonnabend noch ganze 14 unerschrockene Hamburger Ruderinnen am Steg. Aus den unterschiedlichsten Gründen waren wir geschrumpft. Morgens am Steg war es immerhin trocken, allerdings windig und kalt. Wir starten mit drei Vierern, einer mit Lücke, aber schon bald wurde diese durch einen Ruderer von den Germanen aufgefüllt. Zügig ging es Richtung Schleusen und über die Elbe und nun kam sogar die Sonne hinter den Wolken hervor. Durch die Ernst-August-Schleuse und den gleichnamigen Kanal erreichten wir trocken den Wilhelmsburger RC. Zur Stärkung gab es u.a. Shakschuka, eine israelische Köstlichkeit, Kuchen und Getränke. Eingeladen wurden wir noch zu einem Glas Sekt – musste doch auf die gute Nachricht angestoßen werden, dass die Wilhelmsburger RuderInnen ein neues Vereinshaus bekommen, finanziell unterstützt durch die Stadt Hamburg und den Bund.

Ja und dann sollte es wieder in die Boote und Richtung Isekai gehen, also rudern. Leider hatten sich in diesem Moment die himmlischen Schleusen geöffnet und es hagelte, schneite und regnete so stark, dass man das gegenüberliegende Ufer kaum erkennen konnte. Dieser Spuk dauerte aber nur wenige Minuten und nun ging es endlich auf den Heimweg. Im Reiherstieg wurden wir mit Raketen aus dem Hafen verabschiedet. Zügig über die Elbe und durch die Schleusen mussten wir noch kurz bei den Germanen halten und den aufgenommenen Ruderer absetzen. Die letzen 3 Kilometer waren an diesem Tag dann die eigentliche Herausforderung. Bei steifem Nordwind kämpften wir uns zurück zu unserem Bootshaus.

Ordentlich durchgepustet erreichten wir den Steg. Wir waren trocken geblieben und so erfüllte sich einmal mehr das Rudersprichwort: Das Wetter wird am Steg gemacht.